Die andere Art zu surfen
Dieser kleine Exkurs soll Sie mit den Grundlagen der Arbeitsweise von Spezial-Programmen für blinde Internet-Besucher vertraut machen. Falls Sie selbst ausprobieren möchten, wie solche Programme funktionieren, finden Sie in der Linksammlung Verweise zu einigen Demo-Versionen.
Für unseren kleinen Exkurs verwenden wir den
WebFormator. Um ihn so zu konfigurieren, wie wir ihn in den Beispielen verwenden, lesen Sie bitte die Konfigurationsanleitung.
Bedienungshinweis
Wenn Sie den Internet Explorer öffnen und der Webformator aktiv ist oder mit F12 in den Vordergrund geholt wurde, so ist dieser die aktive Anwendung. Alle Eingaben über die Tastatur werden daher an diesen weitergereicht. So können Sie sich beispielsweise mit den Pfeiltasten durch den Text des gesamten Dokuments bewegen; die Anzeige im Internet Explorer bleibt unverändert.
Wenn Sie den Text im Internet Explorer lesen und scrollen möchten, müssen Sie diesen zuerst aktivieren.
Anmerkung
Alle Screenreader oder Spezial-Programme nutzen als Browser den Internet Explorer. Der Grund liegt darin, dass kein anderer Browser über die MSAA-Schnittstelle (MSAA = Microsoft Active Accessibility) genügend auswertbare Informationen an die Spezial-Programme liefert.
Nur ein kleines Fenster ...
Wenn Sie eine Zeitung aufschlagen, fällt Ihr Blick zuerst auf die Schlagzeilen. Sie reagieren unwillkürlich auf "Eye-Catcher".
Auf Webseiten ist das ähnlich: Sie verschaffen sich einen Überblick und treffen danach eine Entscheidung, wie Sie weiter verfahren wollen.
Der umgekehrte Weg
Blinde Anwender, die sich Webseiten mittels Screenreader erschließen, haben diese Möglichkeit nicht. Vielmehr "zeigt" die Braillezeile einen Ausschnitt von 40 oder 80 Zeichen einer einzigen Bildschirmzeile und synthetische Sprachausgaben können den Inhalt nur linear, also hintereinander wiedergeben.
Und dennoch kann sich der Anwender auch mit speziellen Techniken dieser Spezial-Programme einen Überblick verschaffen. Aber während das Auge die Seite als Gesamtbild aufnimmt und der Betrachter von dem gewonnenen Gesamteindruck auf die nächste erforderliche Aktion schließt, geht der Anwender eines Spezial-Programms aufgrund des "eingeengten Blickfeldes" den umgekehrten Weg: Er muss von gezielt eingeholten Einzelinformationen Rückschlüsse auf das Gesamtangebot ziehen können.
"Schlagzeilen-Ersatz"
Das Zaubermittel, das dies ermöglicht, sind ausgereifte Navigationsbefehle. Diese erlauben es zum Beispiel, nach Überschriften, Absätzen, Listen oder Links zu suchen, sich in Datentabellen gezielt zu bewegen, ein Element zielsicher anzuspringen oder Detailinformationen abzufragen.
Damit dies klappt, ist es allerdings erforderlich bei der Seitengestaltung Standards einzuhalten und sich an den
WAI-Richtlinien zu orientieren.
