Screen Reader im praktischen Einsatz
In dieser Serie möchte ich meinen ganz persönlichen Zugang zu und Umgang mit dem Medium Internet schildern, das ich mir nicht, wie die meisten Menschen, über den Bildschirm, sondern mit einem Screen Reader erschließe. Dafür stehen mir neben der Wiedergabe des Bildschirminhalts durch synthetische Sprache und auf einer 40 Zeichen umfassenden Braillezeile zwei wichtige Hilfen zur Verfügung:
- Ein umfangreicher Befehlssatz meines Programms, um auf Webseiten gezielt zu navigieren, und
- die Umsetzung der
WAI-Richtlinien für barrierefreies Internet durch Webdesigner auf - leider - noch wenigen Webseiten.
So ausgerüstet stelle ich mich den täglichen Anforderungen eines meiner Lieblingsmedien zur raschen und unabhängigen Informationsbeschaffung.
Die Beispiele sind also sozusagen "aus dem Leben" gegriffen, stammen allesamt aus dem 1. Halbjahr 2005 und sind daher als "Momentaufnahmen" zu betrachten. Änderungen auf den besuchten Seiten sind daher nicht nur möglich, sondern sogar wahrscheinlich. Sollten eventuell von mir aufgezeigte Mängel nicht (mehr) auftreten, so ist dies vermutlich auf eine Verbesserung der Seite zurückzuführen - und somit sehr erfreulich!
Struktur = bessere Orientierung
Alle neun Aufgaben sind wie folgt aufgebaut:
- Aufgabe: Skizzierung der Aufgabenstellung und Überlegungen, wie die Aufgabe gelöst werden kann,
- Ablauf: Schritt für Schritt mit dem Screen Reader ans Ziel,
- Analyse: Erläuterung des Ergebnisses,
- Anmerkung: Was es sonst noch zu sagen gibt.
Die von mir gewählten Lösungswege stellen keine Empfehlungen, sondern Beispiele dar. Manchmal wähle ich den einfachsten, ein andermal den schnellsten und dann wieder den vermeintlich sichersten Weg.
Zu den kleinen Hürden und Erfolgen meiner virtuellen Erlebnisse möchte ich anmerken, dass ich nicht beabsichtige meine Meinung über gute und schlechte Webseiten zu äußern. Denn es kann durchaus vorkommen, dass ich auf einer gut bedienbaren Webseite einem echten Problem begegne, während ich auf einer nahezu unzugänglichen Seite auf ein gutes Beispiel stoße. Meine Einschätzung bezieht sich daher einerseits nur auf die jeweils geschilderte Situation und nicht auf die gesamte Webseite, andererseits gibt sie ausschließlich meine ganz persönliche Erfahrung wieder.
Ziel dieser Serie ist es vor allem einen Einblick in die Praxis des Alltags mit assistiven Programmen zu geben - eine nicht alltägliche Methode des Zugangs, bei dem man des öfteren auch auf weniger oder schwer zugängliche Informationen stößt.
