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Persönliche Nachlese (Vormittag)

Geplant war die Veranstaltung vom 12. Oktober ursprünglich für ungefähr 50 bis 60 Personen. Angemeldet hatten sich etwa 150 und letztlich sind es 170 Besucherinnen und Besucher geworden.

Das Themenspektrum reichte von Sprache, Standards, Relaunch, Design und Technik bis hin zu gesetzlichen Vorgaben.

10 Tage danach

Auch die stärksten Eindrücke verblassen und von einem ganzen Buch bleibt oft nicht mehr als das Thema und eine Kernaussage haften. Aber genau diese Blitzlichter sind es meist, auf denen man weiter aufbauen kann. Also greife ich jene auf, die für mich persönlich nachhaltige Bedeutung haben und notiere sie sozusagen als Gedächtnisstütze.

Ausführliche Informationen, Links zu Präsentationen und Beiträge im Web finden Sie in der Externer Link Nachlese bei accessible media.

Leichte Sprache

Das Referat, von drei Personen sozusagen mit verteilten Rollen vorgetragen, war alles andere als "leichte Sprache". Vielmehr ist bei mir der Eindruck entstanden, dass dieses Thema zu komplex ist und in nur 20 Minuten nicht einmal ansatzweise erlernt werden kann.

Vermutlich war es genau diese Erkenntnis, die man dem interessierten Publikum mit auf den Weg geben wollte. Die Botschaft ist angekommen: Das Thema "leichte Sprache" sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Standards gestern, heute und morgen

Bei all den Diskussionen um einzelne Richtlinien und deren Umsetzung und der Verunsicherung um die Zukunft der Richtlinien für barrierefreies Internet allgemein ist es gut, einmal Information aus erster Hand zu bekommen.

Die erste Fassung der Richtlinien stammt aus dem jahre 1999, die zweite wird vermutlich in naher Zukunft verabschiedet; ob noch im Jahr 2006, ist ungewiss. Sicher ist jedenfalls, dass die Richtlinien umfangreicher, aber auch durch mehr Dokumentation und viele Beispiele sowie zahlreiche Testmöglichkeiten besser zugänglich und damit verständlicher werden sollen.

Auch hier war die Botschaft für mich eindeutig: Einfach anfangen mit dem Abbau von Barrieren und nicht auf die Zukunft warten!

Vor und nach dem Relaunch

Der Hauptblock des Vormittags war der praktischen Umsetzung von Barrierefreiheit gewidmet. Drei Vertreter von Webauftritten, die einen Relaunch in Richtung Barrierefreiheit penibel geplant und auch mit Erfolg umgesetzt haben, berichteten von ihren Erfahrungen.

Größe der Webauftritte, technische Voraussetzungen, finanzielle und personelle Ressourcen sowie Themenschwerpunkte hätten unterschiedlicher nicht sein können.

Unabhängigkeit bei der Ausgabe

Die drittgrößte Tageszeitung Österreichs hatte als ursprüngliches Ziel des ersten Relaunch´ unter anderem die Trennung von Inhalt und Layout aus eher ökonomischen Gründen - aber damit gleichzeitig die Basis für einen Prozess in Richtung Accessibility geschaffen.

Beim jüngsten Relaunch 2006 hat sich, so der Referent, deutlich gezeigt, dass Standardkonformität, saubere Strukturen und konsequente Trennung von Inhalt und Layout eine bessere Zugänglichkeit für alle begünstigt.

Der Preis für gute Zugänglichkeit

"Für alle" ist ein hoher Anspruch, wenn es um die Bürgerinnen und Bürger einer Großstadt geht. Eine im wahrsten Sinne des Wortes jahrelange Vorbereitung auf den neu gestalteten Webauftritt und damit die Ansammlung von viel Wissen im eigenen Haus kostet - und zwar Zeit und damit auch Geld. Und so manche Leistung muss man auch zukaufen.

Aber auch die Vorteile verschwieg der Referent nicht: Leichtere Pflege und Wartung und die Möglichkeit der Qualitätssicherung im eigenen Haus sind nachhaltige Vorteile des angesammelten Wissens.

Ein heterogenes Publikum

Wer ein Museum besuchen wird - ob nun vor Ort oder virtuell - ist schwer vorherzusagen. Und wenn kein Budget für den Web-Auftritt zur verfügung steht, muss man selbst Hand anlegen. So könnte man die Ausgangssituation für einen Relaunch zusammenfassen, die der dritte Referent in launiger Form skizzierte. Umso beachtlicher, dass das Thema Barrierefreiheit nicht von vornherein aus Kostengründen auf der Strecke blieb.

Für mich persönlich bekam eine - nicht wörtlich ausgesprochene - Tatsache eine größere Bedeutung: Das heterogene Publikum machte es notwendig, einen Auftritt für "möglichst allen" anzustreben. ALLE - dazu gehören aber auch Menschen mit den unterschiedlichsten Behinderungen.

Der gemeinsame Nenner

Eines ist aber den drei Webanbietern - dem großen kommunalen Auftritt, der Tageszeitung und dem Museum - gemeinsam und zog sich wie ein roter Faden durch die Referate: Nur bei entsprechendem Grundwissen im eigenen Betrieb können Barrieren nachhaltig abgebaut und in Zukunft vermieden werden.

Autor: Eva Papst
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